USA 2006

Unser Traum hat sich erfüllt. Drei Monate lang haben wir die Rockies und die Cascade Range erforscht. Wir waren unterwegs im Schneetreiben, aber auch in der Wüste bei 35 Grad (natürlich Celsius). Der höchste Punkt, den wir mit unserem Auto ansteuerten, war die Passstrasse im Rocky Mountain Nationalpark mit über 3.700m. Dafür standen wir dann an der Pazifikküste auf Meereshöhe. Tiefe Wälder in absoluter Einsamkeit wechselten sich ab mit Orten wie Moab, in denen sich die Touristen gegenseitig auf die Füsse traten. Einen bleibenden Eindruck haben die Vulkane in der Cascade Range hinterlassen. Weite Landstriche sind mit Lava bedeckt und der Crater Lake sowie der Newberry Crater zeigen recht deutlich, welche Kräfte im Inneren der Erde wirken. Als einer der Höhepunkte ist dann der St. Helens zu nennen, dessen letzter grosser Ausbruch im Jahre 1980 erfolgte. Es gab keine unangenehmen, dafuer aber viele lustige Erlebnisse und vielleicht treibt uns der Wind ja nochmals in diese Gegend.


Hier ein Streifzug durch die besuchten Staaten.Zur Reiseroute

Colorado

coloradoWunderschönes Colorado, aber was haben wir die ersten Wochen nachts in unseren Holzhütten geheizt. Oft mussten wir morgens zuerst unsere Autoscheiben frei kratzen. Die Passstrassen in Colorado liegen teilweise höher als 3.000m. Der Monarchpass hat eine Höhe von 3.448m und man sieht an den Schneemengen welche Wetterbedingungen dort im Winter herrschen. Aber auch der "One Million Dollar Highway" von Ouray nach Silverton war mit 3.389m nicht viel niedriger. Gerade auf dieser Strecke sieht man überall in den Bergen die Überreste des damaligen Bergbaubooms; verlassene Hütten, offene Gruben und Abraumhalden.
Ein weiteres Überbleibsel des Bergbaus ist die Bahnstrecke von Durango nach Silverton, auf der heute ein Touristenexpress unterwegs ist. Zu Colorado gehören aber auch die alten Indianersiedlungen wie Mesa Verde oder die "Great Sand Dunes" von Alamosa.
Unsere bevorzugte Unterkunft waren die Holzhütten auf den Campingplätzen der KOA-Kette. Dabei kommt man schnell in Kontakt zu seinen Nachbarn. Auf dem Platz in Alamosa stand neben uns ein Camper aus Ontario. Als grosser Kanadafreund habe ich ihn angesprochen. Nach den üblichen Fragen woher und wohin, stellte sich heraus, dass er als Kind mit seinen Eltern von Stuttgart nach Ontario ausgewandert war. Mittlerweile kam seine Frau hinzu. Als sie hörte, dass wir aus Nuremberg kämen (wir dachten Erlangen kennt eh' keiner), fragte sie uns, ob wir auch Erlangen kennen würden. Sie wäre in Erlangen geboren und später mit ihren Eltern ebenfalls nach Ontario ausgewandert.
Nach unserer Rundreise durch New Mexico, Arizona und Utah haben wir nochmals Colorado besucht. Wir sind dem Fluss Colorado ab Moab/Utah über 550 Kilometer bis zum Quellgebiet im Rocky Mountain Nationalpark gefolgt.Hier gibt es auch die höchste asphaltierte Fahrstrasse der USA. Der höchste Punkt der Strasse liegt bei 3.713m (und das alles ohne Leitplanken oder sonstigen Sicherungsmassnahmen).

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New Mexico

New MexicoIn New Mexico wurde es endlich etwas wärmer, aber auch einsamer. Manches Mal war links und rechts der Strasse nur noch ein grosses "Nichts" zu sehen. Auch in Roswell, der selbsternannten Hauptstadt der Aliens, war kein UFO am Himmel zu sehen. Allerdings haben wir bei einer Rast in der Nähe von Roswell ein merkwürdiges Wesen gesichtet, das blitzschnell in seinem Erdloch verschwand. Realer waren dafür die Pueblos der Indianer. Ein wunderschönes Erlebnis waren die blühenden Kakteen in der Wüste. Daneben gibt es aber auch die "White Sands", in denen 1945 die erste Atombombe gezündet wurde. Die Carlsbad Caverns ganz im Süden von New Mexico sind Teil eines der grössten bislang bekannten Höhlensysteme der Erde.
In der Mission of San Miguel in Santa Fe wird ua. die hl. Gertrud (1256 - 1302) , Äbtissin des Benediktinerinnenklosters in Eisleben, verehrt.

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Texas

texasNach dem Studium der letzten Zeile auf dem Begrüssungsschild haben wir den Rückwärtsgang eingelegt und sind zurück nach New Mexico. Spass beiseite, es war nicht ganz so. Der geplante Besuch des Big Bend Nationalparks fiel unserem "superschnellen" Reisetempo zum Opfer. Wir begnügten uns mit dem Guadalupe Park und drehten dann unser Auto in Richtung Norden.

 

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Arizona

arizonaArizona haben wir dieses Mal im Schnelldurchlauf erledigt. Der Petrified Forest wurde besucht, ebenso die Südseite des Grand Canyon. Unser Hauptziel war die Nordseite des Grand Canyons. Obwohl es zwischen Süd - und Nordseite nur wenige Kilometer Luftlinie sind, dauert die Fahrt mit dem Auto mehrere Stunden.

 


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Utah

UtahDen Nationalparks des Mormonenstaats haben wir dieses Mal etwas mehr Zeit gewidmet. Cedar Break, Zion, Bryce Canyon, Red Canyon und das Kodachrome Basin waren die Ziele, die vom Standort Panguitch aus angesteuert wurden. Weiter ging es über den Capitol Reef National Park nach Moab. Dort befinden sich der Arche National Park und der Canyon Lands National Park. Allerdings herrschte dort eine Betriebsamkeit wie auf Schloss Neuschwanstein zur Hochsaison.
Unser Favorit ist der Red Canyon in der Nähe des Bryce Canyons. Vor allem im Abendlicht leuchten die wunderschönen Felsformationen in allen Rottönen. All das ohne die Stille mit anderen teilen zu muessen.

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Wyoming

WyomingDer Cowboy - Staat empfing uns mit Schnee und Kälte. Bis zum Yellowstone Park in der Nordwestecke des Staates gab es keine grösseren Sehenswürdigkeiten. South Pass City, ein renoviertes Wildwest-Städtchen und der State Park "The Sink" unterbrachen die Fahrt durch ödes und flaches Weideland. Im State Park verschwindet ein ganzer Fluss im Berg um 400 Meter weiter wieder ans Tageslicht zu kommen. In Thermopolis mit seiner heissen Mineralquelle war leider die Badeanstalt wegen dringender Reparaturarbeiten geschlossen. Der Yellowstone Park entschädigte uns dann für die etwas langweilige Anfahrt. Dieser Park mit seinen Geysiren, heissen Quellen und den vielen Tieren war einer der Höhepunkte unserer Tour. Aber auch ein neuntägiger Aufenthalt reichte nicht aus, um in alle Ecken des Parkes zu fahren.

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Montana

MontanaUnser Ziel in Montana, der Glacier Nationalpark, empfing uns sehr unfreundlich. Schwere Regenfälle hatten selbst kleine Bäche in reissende Flüsse verwandelt. So fiel auch Ehsa's Traum von der Fahrt über die "Going-to-The-Sun-Road" buchstäblich ins Wasser. Wegen Schlammlawinen war die Passstrasse komplett gesperrt. Das war unser zweiter vergeblicher Versuch übers Gebirge zu kommen. Vor Jahren mussten wir vor einem Schneesturm kapitulieren. Deshalb ging die Fahrt weiter Richtung Westen. Ab dem Koocanusa-Staudamm fuhren wir den ganzen Tag durch unendliche Wälder. Auf dieser Strecke gab es weder Verkehr, noch Telefon- oder Strommasten, nur noch Wildnis.

Auf unserer Tour durch die diversen Staaten fielen uns immer wieder die Kreuze am Wegesrand auf. In den dünnbesiedelten Gegenden stand manchmal an jeder Kurve ein Kreuz. Trotz hoher Strafen verunglücken doch sehr viele Jugendliche. In New Mexico waren an der Unfallstelle grosse Bilder der Opfer aufgestellt, mit dem Hinweis "Don't drink and drive / in memory of...."

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Washington

WashingtonIn Washington erreichten wir zum ersten Mal die Cascade Range. Mit dem Boot ging es auf dem Lake Chelan mehr als 60 Kilometer hinein in die Wildnis. Hier am Lake Chelan liegen zwei Dörfer ohne Strassen- und Telefonanschluss, auch das Mobile funktioniert nicht (und das in den USA!!!) Die gesamte Versorgung erfolgt durch Boote. Der Mt. Rainier ist wunderschön anzuschauen, aber man rechnet damit, dass dieser Berg irgendwann in naher oder auch ferner Zukunft explodieren wird. Dann wird es allerdings nicht so glimpflich abgehen, wie beim Ausbruch des Mt. St. Helens. Das Gebiet zwischen Mt. Rainier und der Küste ist sehr dicht besiedelt. Der Ausbruch des Mt. St. Helens 1980 kostete "nur" 79 Menschen das Leben. Beim Anblick der Bilder und Filmdokumente ist das Grauen noch zu spüren und wir achteten genau darauf, ob die Erde nicht doch gerade wieder bebte. Die vom Ausbruch blank gefegten Berge und Hänge sind heute mit einem wahren Blumenteppich bedeckt. Erdbeben und Schlammlawinen sind aber nicht die einzigen Gefahren, denen die Menschen dort ausgesetzt sind. Entlang der gesamten Küste findet man ausgeschilderte Tsunami-Fluchtwege und Treffpunkte. Cape Flattery auf der Olympia-Halbinsel ist der der westlichste Punkt der USA (Lower 48 States) Der grösste Teil der Olympia-Halbinsel ist von Regenwald überzogen. Selbst bei strahlendem Sonnenschein kommt nur grün gefiltertes Licht bis zum Boden und dabei ist es ständig feucht und kühl unter dem Blätterdach.

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Oregon

OregonEndlose Wälder, in denen Big Foot hausen könnte, begleiteten uns auf dem Weg von der Küste zurück ins Landesinnere. Auch in Oregon sind die Spuren der unruhigen Erde nicht zu übersehen. Die Cascade Range besteht zum grössten Teil aus ruhenden Vulkanen. Überall stösst man auf riesige Lavafelder und Vulkankegel. Der Crater Lake entstand vor ca. 7.700 Jahren beim Ausbruch des Mt. Mazumas. Auch die letzten Zuckungen des Newberry liegen erst 1.300 Jahre zurueck. Besonders schön sieht man die diversen Lavaschichten beim Durchbruch des Columbia-Rivers durchs Gebirge. Wir haben deshalb beschlossen, dass wir auf keinen Fall unseren Altersruhesitz nach Oregon oder Washington verlegen werden

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Kalifornien

Kalifornien Entgegen allen Planungen haben wir noch einen Abstecher in den Redwood Nationalpark gemacht. Riesige Bäume in einer immergrünen Umgebung und auch hier wäre ein Besuch von Big Foot, dem sagenhaften Waldmenschen keine Überraschung gewesen.

Eine kleine Geschichte zwischendurch: Wir standen in einem Waschsalon und legten unsere Wäsche zusammen. Dabei sprach uns die Aufsicht, eine ältere Frau, an und fragte uns, wo wir her kämen. Von hier könnten wir nicht sein, weil sie hier noch nie gesehen hat, dass jemand seine Wäsche vernünftig zusammen legt. Es stimmt, hier haut jeder seine Wäsche nach dem Trocknen in einen Sack und verschwindet damit.

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Das war's und jetzt warten wir auf neuen Wind

USA

CraterLake029
Bison03

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Arche006

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CrescentBeach002

MesaVerde11

ScenicHwy24 95 002

 RedCanyon006
Chelan009

GranCanyon017

CrescentKOA11

GrottoGeysir04

IslandSki028

Lanscape001